Beschreibung
Der Titel ist der geschichtlichen Vision eines alttestamentlichen Propheten entnommen. “Jenes Gesicht vom Abend und Morgen”, so spricht der Engel zu Daniel, “das dir gesagt ist, ist wahr. Aber du sollst das Gesicht heimlich halten, denn es ist noch lange Zeit dahin” (8, 26). Abend und Morgen – das besagt: ein Zeitalter, das sich anschickt, zur RÜste zu gehen, und ein neues, das bevorsteht. Untergang der Antike und Heraufkommen des MIttelalters ist der Vorwurf der folgenden Seiten. Er ist immer noch der bedeutendste, den die GEschichtsschreibung kennt, und er bleibt einer der umfassendsten. Die Darstellung beginnt bei den Ufern des Huang-ho und endet bei den Säulen des Herakles; sie begreift die Sahara ebenso ein wie die südgotischen Sitze der Hunnen und Finnen. Zuletzt mündte sie im spätkaiserlichen Rom, Schnittpunkt und Spiegel der Ereignisse, die trotz ihrer Mannigfaltigkeit einem Gesetz folgen. Geschichte wird hier als GEsicht, als Gleichnis verstanden. Im BLick auf Vergangenes enthüllt sich das Heute, und die Kenntnis dessen, was sich vollendet hat ,ermöglicht Vorausschau des Kommenden. So will dieses Buch Diagnose einer Gegenwart sein, die ebenfalls im Gegenüber von Abend und Morgen steht.




