Beschreibung
Dreizehn deutschsprachige Erzähler entführen den Leser ins magische Reich der Hexen und Vampire, der Wieder- und Doppeltgänger, der über- und unterirdischen Geister. Auf mitternächtlichen Kirchhöfen, in einsamen Häusern und halbverfallenen Schlössern tragen sich seltsame Dinge zu: aus Gräbern und Grüften stelzen tanzlustige Gerippe zum gespenstigen Totenball, ein ermordeter Obersteuereinnehmer besucht in der Geisterstunde seinen weriig beherzten Amtsnachfolger, und das zauberhaft schöne Marmorbild einer polnischen Fürstin aus längst vergangenen Zeiten erwacht unter den Küssen eines betörten Jünglings zu neuem, unheilvollem Leben. Ungeheuerliches geschieht aber auch am hellen Tage, inmitten belebter Städte. Der feinsinnige, distinguierte Herr von Pepinster zum Beispiel verwandelt sich unter den Augen seiner ahnungslosen Mitmenschen in einen armseligen, klapperigen Popanz, der zum Schrecken der Vögel seine hölzernen Arme gen Himmel reckt. So verschieden wie die Lebenszeit, Herkunft und künstlerische Handschrift der Autoren sind auch Formen und Motive der hier versammelten Erzählungen. Nicht selten führen sie uns in märchenhafte, legenden-umwobene Gegenden, werden – wie bei Sacher-Masoch und Gerstäcker – uralte Sagenmotive aufgenommen und zu neuen poetischen Gebilden von eigenartigem Reiz geformt. In den klassisch gebauten Novellen Kleists und Heyses sind persönliche Schuld, das Verletzen elementarer Gebote des menschlichen Zusammenlebens Anlaß für das rächende Eingreifen der Geisterwelt, die auf eine ihr gemäße Art die irdische Gerechtigkeit wiederherstellt. Fast ausnahmslos aber sind die Helden der Erzählungen poetische Naturen”, die – mit außergewöhnlicher Phantasie und einem Hang zum Märchen- und Fabelhaften begabt – das Wunderbare und Ungeheuerliche des menschlichen Daseins ahnen lassen. ehemaliges Bibliotheksexemplar




