Beschreibung
Deckblatt wurde entfernt Don Juan, so sagen die Gerüchte, feiert in weiblicher Gestalt seine Auferstehung, Dona Juanita ist uns erschienen: Anita N., ledig, 52, Mutter einer achtjährigen Tochter, Diplomingenieurin, Abteilungsleiterin im Projektierungsbüro in Dobbertin. Das „schlimme Beispiel” erregt. „Darf man einer Frau, die nicht einmal mit sich selbst zurechtkommt, noch länger die Planung für eine ganze Stadt von morgen und übermorgen überlassen?” fragt eine Bürgermeisterin entrüstet. Welche Möglichkeiten hat da ausgerechnet ein Sicherheitsinspektor, Mitte der Dreißig, unverheiratet und „selbst kein Kind von Traurigkeit”, der von seiner Kombinationsleitung die heikle Angelegenheit zugeschoben erhält zwecks baldiger Klärung, also Sündenbekenntnis und Läuterungsversprechen? Hinter den farbig und locker erzählten „Affären” wird rasch das tiefe Anliegen dieses Buches sichtbar: Hier wird nicht zum Urteil über das Leben dieser Frau und ihre Suche nach Selbstverwirklichung im Persönlichsten aufgerufen. Hier geht es um sittliche Maßstäbe überhaupt: Was ist das tatsächliche Heute, Glück, Liebeserfüllung, Gleichberechtigung der Frau? Wieviel Aktivität, wieviel Möglichkeiten billigen wir ihr selbst dabei zu?




